Mit der Active Max erweitert Amazfit, eine Marke von Zepp Health (ehemals Huami), seine beliebte Active-Serie um ein Modell, das sich primär an ambitionierte Freizeitsportler richtet. Größeres Display, deutlich längere Akkulaufzeit und mehr Speicherplatz sollen den Aufpreis gegenüber der Active 2 rechtfertigen. Im Alltag zeigt sich schnell: Die Smartwatch bietet nach einer schnellen, intuitiven Einrichtung ein beeindruckendes Gesamtpaket – perfekt ist sie aber nicht.

Großes Display mit hervorragender Ablesbarkeit
Schon beim ersten Anlegen fällt das runde, 1,5 Zoll große AMOLED-Display positiv auf. Mit einer Auflösung von 480 × 480 Pixeln und einer Spitzenhelligkeit von bis zu 3.000 Nits bleibt die Anzeige selbst bei direkter Sonneneinstrahlung hervorragend lesbar. Die Helligkeit passt sich (nach entsprechender Aktivierung) automatisch an das Umgebungslicht an, lässt sich aber auch stufenlos manuell justieren. Die Darstellung ist gestochen scharf, Farben sind kräftig und Animationen laufen flüssig. Störende Fingerabdrücke auf dem Touchscreen sind uns während der Nutzung praktisch nie aufgefallen.
Das matte Aluminiumgehäuse vermittelt einen hochwertigen Eindruck, ist aber mitunter leider anfällig für Kratzer. Die Kunststoffrückseite reicht nicht ganz an den Premium-Anspruch heran. Die nahezu gesamte Uhr ist schwarz gehalten. Grau setzt sich eine schmale, nicht drehbare Lünette unter dem durch verstärktes Glas geschützten Touchscreen mit abgerundeten Rändern ab. An der rechten Seite sind zwei Drucktasten nutzbar, eine (drehbare) Krone gibt es nicht.

Mit knapp 56 Gramm (mit Silikonarmband) bleibt die Uhr angenehm leicht. Allerdings ist das Gehäuse mit fast 50 Millimetern Durchmesser nicht unbedingt für schmale Handgelenke geeignet. Wer eine kompakte Smartwatch bevorzugt, könnte die Active Max bereits aufgrund ihrer Größe ausschließen.
Akkulaufzeit gehört zu den größten Stärken
Ein echtes Highlight ist die enorme Ausdauer. Der 658-mAh-Akku hält laut Hersteller bis zu 25 Tage bei typischer Nutzung durch, selbst bei intensiver Nutzung sind noch rund zwei Wochen realistisch, verspricht Amazfit. Wer kontinuierlich den integrierten GPS-Empfänger verwendet, profitiert ebenfalls von langen Laufzeiten von bis zu 64 Stunden. Damit gehört die Active Max zu den ausdauerndsten Smartwatches ihrer Preisklasse.
Wir wollten es aber ganz genau wissen und haben die Amazfit Active Max in den österreichischen Alpen auf die Probe gestellt. Sie musste nicht nur bei Trailruns beweisen, was sie kann, sondern auch bei ausgiebigen Wanderungen. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen.
- 13,5 Tage Akkulaufzeit ohne aktives Always-on-Display (AOD) inkl. 4,5 Stunden GPS-Aktivierung
- 11,5 Tage Akkulaufzeit mit aktivem AOD inkl. 3,5 Stunden GPS-Aktivierung
Diese Werte sollen dir an dieser Stelle aber nur eine ungefähre Orientierung geben, mit welcher Akkulaufzeit du bei der Amazfit Active Max rechnen kannst. Denn die tatsächliche Akkulaufzeit hängt davon ab, wie genau du deine Uhr konfigurierst. Kontinuierliche Pulsmessung am Handgelenk kann sich beispielsweise ebenso negativ auf die tatsächliche Akkulaufzeit auswirken wie regelmäßige Push-Mitteilungen, die du von deinem Smartphone auf das Display der Uhr spiegeln lässt.
Eine Aufladung des Akkus von 0 auf 100 Prozent dauert übrigens handgestoppt 1:36 Stunden. Du solltest, um den Akku zu schonen, aber darauf bedacht sein, die Uhr möglichst immer im SoC-Bereich zwischen 20 und 80 Prozent zu nutzen. Wichtig: Eine zur Uhr gehörende magnetische Ladestation ist im Lieferumfang enthalten, ein außerdem notwendiges USB-C-Ladekabel fehlt dagegen. Kein Drama, aber dennoch bedauerlich.

Wiederum positiv: Zepp Health ist es gelungen, die zugehörige App für das iPhone dahingehend zu optimieren, dass die Akkulaufzeit des Handys nicht mehr zu stark unter den Hintergrundaktivitäten der App leidet. Zwar knabbert die App immer noch mit 2 bis 3 Prozent am gesamten Akkuverbrauch des Handys, das ist aber akzeptabel.
Umfangreiche Sportfunktionen
Sportler kommen bei und mit der Amazfit Active Max voll auf ihre Kosten. Über 170 Sportmodi, Offline-Karten, Streckennavigation sowie Trainingsanalysen mit Ausdauerleistungsfähigkeit (VO₂max), Trainingsbelastung und Erholungszeiten bieten einen Funktionsumfang, der vor wenigen Jahren noch deutlich teureren Modellen vorbehalten war.
Positiv fällt zudem die Unterstützung externer Sensoren wie Brustgurte oder Fahrradsensoren auf. Das macht die Uhr auch für ambitionierte Läufer oder Radfahrer interessant. Im Alltag arbeitet die Herzfrequenzmessung zuverlässig, weicht aber in hohen Pulsbereichen teilweise leicht nach oben ab. Gut funktioniert die Schlafanalyse inklusive Überwachung der Schlafatmungsqualität. Während der Nachtruhe wird auch die Herzfrequenzvariabilität überwacht. Für Hobby- und Freizeitsportler liefert die Uhr damit mehr als ausreichend präzise Daten. Eine EKG-Funktion fehlt allerdings und auch deinen Blutdruck kannst du mit dieser Sportuhr nicht messen.

Die Herzfrequenzüberwachung kannst du auf der Uhr so einstellen, dass sie kontinuierlich erfolgt oder in einem von dir gewählten zeitlichen Abstand (1 Minute / 5 Minuten / 10 Minuten / 30 Minuten). Dabei gilt: Je seltener der Sensor auf der Rückseite aktiv ist, desto positiver wirkt sich das auf die Akkulaufzeit aus. Alle fünf Minuten kannst du die Uhr zudem deinen Stresslevel und automatisch den Sauerstoffgehalt im Blut (SpO2) messen lassen. Erkennt die Uhr zu hohe oder zu niedrige Werte, gibt es bei Bedarf entsprechende Hinsweise direkt am Handgelenk.
Positiv ist uns zudem aufgefallen: Die Amazfit Active Max erkennt nach entsprechender Aktivierung in der Zepp Health App auf dem Handy automatisch, wenn ein Nickerchen eingelegt wird. Sie schaltet dann automatisch in den DND-Modus (“Do not Disturb” / Bitte nicht stören), was auch das Vibrieren der Uhr bei eingehenden Nachrichten oder Anrufen unterbricht.
Nutzt du Strava, adidas Running, Komoot oder TrainingPeaks? Eine Synchronisation mit der Amazfit Active Max ist möglich. Auch das Zusammenspiel mit Google Fit und Apple Health funktioniert reibungslos. Zu gefallen weiß das sogenannte PAI-Gesundheitsbewertungssystem. Die Uhr schreibt bei jeder Aktivität PAI-Punkte gut. Im besten Fall liegt dein PAI-Wert bei über 100. Dann, so besagt es die Statistik, obliegst du einem geringeren Risiko durch Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zu sterben.
Smartwatch-Funktionen mit Luft nach oben
Die Active Max unterstützt ferner über integriertes Mikrofon und Lautsprecher Telefonie per Bluetooth, wenn ein Smartphone mit der Uhr verbunden ist (Android 7.0 und höher sowie iOS 14.0 und höher), Benachrichtigungen (individuell für jede auf dem Handy installierte App ein- und ausschaltbar), Sprachfunktionen sowie zahlreiche Mini-Apps. Das Betriebssystem Zepp OS läuft angenehm flüssig und ist übersichtlich aufgebaut. Die App-Übersicht auf der Uhr kannst du dir wahlweise in einer Raster- oder in einer Listenansicht darstellen lassen.

Dennoch erreicht die Uhr nicht ganz das Smartwatch-Niveau einer Apple Watch oder einer Samsung Galaxy Watch. Der App-Store bleibt vergleichsweise überschaubar und viele Anwendungen wirken eher funktional als komfortabel. Auch Antworten auf Nachrichten sind direkt über die Uhr leider nur eingeschränkt möglich. Amazfit arbeitet aber nach eigenen Angaben an einem Update, das die Uhr auch in dieser Disziplin nach vorn bringen soll.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Navigation. Zwar lassen sich Offline-Karten speichern, die Darstellung bleibt jedoch recht schlicht und erreicht weder den Komfort noch die Detailtiefe teurer Outdoor-Uhren. Auch das GPS arbeitet zuverlässig, gehört hinsichtlich der Genauigkeit aber nicht zur absoluten Spitzenklasse. Nicht verwunderlich, denn auf Dual-Band-GPS wird bei dieser Smartwatch verzichtet. Dass das GPS-Pairing trotzdem recht flott binnen weniger Sekunden über die Bühne geht, ist erfreulich. Gut: Die Smartwatch ist wasserdicht (5 ATM) und kann deswegen auch problemlos beim Schwimmen zum Einsatz kommen. Zum Sporttauchen ist sie aber nicht geeignet.
Theoretisch kannst du die Amazfit Active Max auch nutzen, um per NFC mit der Uhr kontaktlos zu bezahlen. Allerdings klappt das direkt über Zapp Pay nur, wenn du eine Mastercard nutzt. Ansonsten musst du einen Umweg über den Dienstleister Curve einschlagen. Über Curve Pay hast du die Möglichkeit, eine digitale Bankkarte zu beantragen, die du dann bei Zepp Pay integrieren kannst. Anschließend ist es möglich, die NFC-Bezahlfunktion der Amazfit Active Max auch als Kunde von Sparkasse, Volksbank, ING, DKB oder einer anderen Bank zu nutzen.
KI auf der Amazfit Active Max
Künstliche Intelligenz (KI) spielt auch bei Smartwatches ein immer wichtigere Rolle. Und auch die Amazfit Active Max bietet verschiedene KI-Funktionen, die im Alltag hilfreich sind. So erstellt die KI in Form des Zepp Coach unter anderem adaptive, personalisierte Trainingspläne, die sich an Leistung, Ermüdung und Erholungsstatus des Nutzers anpassen. So hilft dir die Uhr dabei, Überlastungen zu vermeiden. Ergänzend dazu zeigt dir die Bio-Charge-Anzeige auf der Uhr in Form eines Prozentwertes an, ob deine körperlichen Energiereserven bereits erschöpft sind oder ob noch ausreichend Kraft für einen Feierabendlauf vorhanden ist.
Auch eine KI-Sprachsteuerung ist verfügbar (Zepp Flow), um etwa den gewünschten Trainingsmodus per Sprachbefehl zu starten. Einfach für eine Sekunde die obere Seitentaste drücken, der Uhr sagen, dass man jetzt laufen, wandern oder schwimmen möchte, und schon startet der gewünschte Aktivitätsmodus. Du kannst aber per Sprachbefehl auch den aktuellen Wetterstatus abrufen, die Uhr fragen, auf welcher Höhe du dich gerade befindest (diese Angabe ist häufig aber unpräzise, wenn länger kein GPS-unterstütztes Workout stattgefunden hat) oder die Uhr einen Witz erzählen lassen.
| Geräteart Smartwatch / Fitness-Armband | Smartwatch |
| Marktstart | Dezember 2025 |
| Verfügbarkeit | ja |
| UVP | 169,90 € |
| Farbe | Schwarz |
| Betriebssystem | Zepp OS |
| Kompatibilität | |
| Gehäuseform | rund |
| Displaygröße | 1,5 zoll |
| Touchscreen | ✓ |
| Wasser- und Staubdicht | Untertauchen |
Schade: Tiefergehende KI-Analysen über Zepp Aura kosten zusätzliches Geld. Monatlich werden dann 9,99 € fällig. Ein Jahresplan kostet regulär rund 80 €, war im Rahmen unseres Tests aber auch stark rabattiert (knapp 23 €) zu haben; rein rechnerisch also für rund 1,90 € pro Monat. Dann kannst du unter anderem auch Premium-Entspannungsinhalte nutzen.
Unterschiede zur Amazfit Active 2 (Round)
Die Active Max ist übrigens keine komplett neue Smartwatch, sondern vielmehr eine konsequente Weiterentwicklung der Amazfit Active 2 (Round). Die wichtigsten Unterschiede liegen beim größeren 1,5-Zoll-Display statt 1,32 Zoll, der höheren Maximalhelligkeit von 3.000 statt 2.000 Nits sowie beim wesentlich größeren Akku. Während die Active 2 im Alltag etwa zehn Tage durchhält, erreicht die Active Max je nach Nutzung mehr als doppelt so lange Laufzeiten.
Hinzu kommen 4 GB interner Speicher, wodurch Karten, Musik (als MP3) und zusätzliche Watchfaces deutlich komfortabler genutzt werden können. Dem gegenüber steht allerdings ein größeres und schwereres Gehäuse. Wer eine möglichst kompakte und elegante Smartwatch sucht, dürfte mit der Active 2 glücklicher werden. Wer dagegen Wert auf Akkulaufzeit, Displaygröße und Speicher legt, findet in der Active Max das insgesamt leistungsfähigere Modell.
Übrigens: Ein 1,5 Zoll großes AMOLED-Display bieten auch die Amazfit Balance und die Amazfit Balance 2. Aber diese Fitnessuhren tragen deutlich flacher auf als die Amazfit Active Max. Der eine oder andere Uhrenträger ist aber vielleicht auch gar nicht traurig drum, eine Uhr am Handgelenk zu tragen, die etwas wuchtiger ausfällt.
Was kostet die Amazfit Active Max?
Angeboten wird die Amazfit Active Max gegenwärtig nur in einer schwarzen Variante samt schwarzem Silikonarmband. Dafür ruft der Hersteller aktuell 169,90 Euro über seinen Webshop auf. In anderen Onlineshops kannst du aktuell bereits ab knapp 135 Euro zuschlagen. Der nachfolgende Preisvergleich gibt dir einen Überblick.
Fazit
Die Amazfit Active Max überzeugt mit einem hervorragenden Display, enormer Akkulaufzeit und einem beeindruckenden Funktionsumfang für Sport und Gesundheit. Besonders Outdoor-Sportler und alle, die ihre Smartwatch möglichst selten laden möchten, erhalten ein starkes Gesamtpaket zu einem attraktiven Preis.

Ganz ohne Kritik kommt die Uhr allerdings nicht davon. Das große Gehäuse ist Geschmackssache, das Smartwatch-Erlebnis bleibt hinter den etablierten Premium-Systemen zurück und auch die GPS-Genauigkeit sowie die Kartendarstellung könnten noch etwas besser sein.
Schlussendlich bietet die Amazfit Active Max jedoch ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis und zählt aktuell zu den interessantesten Fitness-Smartwatches im mittleren Preisbereich. Schade allerdings: Spotify und andere Musikstreamingdienste sind offiziell nicht mit der Amazfit Active Max kompatibel. Zwar gibt es Drittanbieter-Apps wie “Spotifyer”, um eine Playlist-Synchronisierung vorzunehmen, die Nutzung ist aber wenig komfortabel.
Vorteile Amazfit Active Max
- tolles, großes Display
- starke Akkulaufzeit
- Navigation mit Offline-Karten
- geringes Gewicht
- mehr als 170 Sportmodi inkl. HYROX
- umfangreiches Gesundheitstracking
- starkes Preis-Leistungs-Verhältnis
Nachteile Amazfit Active Max
- keine “schlanke” Smartwatch
- nur gehärtetes Display-Schutzglas
- Rückseite aus Kunststoff vermittelt keinen Premium-Anspruch
- kein integriertes WLAN und keine Mobilfunk-Schnittstelle
- keine EKG-Funktion
- kein Dual-Band GPS
- Spotify und andere Musikstreamingdienste werden nicht direkt unterstützt

Hinweis: Dieser Testbericht zur Amazfit Active Max basiert auf Firmware-Version 3.11.0.1.
Die Amazfit Active Max hat mich vor allem mit ihrer hervorragenden Akkulaufzeit, dem brillanten Display und dem starken Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Wer eine sportlich ausgerichtete Smartwatch mit vielen Funktionen sucht, macht hier wenig falsch. Kleinere Schwächen wie das fehlende Dual-Band-GPS oder die eingeschränkten Smartwatch-Funktionen ändern nichts daran, dass Amazfit ein rundes Gesamtpaket gelungen ist.









